Aktuell ist das Gentechnikgesetz und die geplanten Anbauflächen für den Gen-Mais Mon810 US-Agrarkonzerns Monsanto wieder stark im Gespräch.
Die Regierung stellt sich immer wieder auf die Seite der Befürworter und will uns von angeblich innovativen Zukunftstechnologien überzeugen. Doch wie ist der Stand der Wissenschaft überhaupt? Die Evolution hat ein fein abgestimmtes Netzwerk für Stoffwechsel und Gene entwickelt, das über komplexe Systeme verfügt und über das weit weniger bekannt ist, als den meisten Gentechnikern lieb ist. Dr. Cesare Gessler (ETH Zürich) kommentiert den Stand folgendermaßen: „Die heutigen Produkte der Gentechnik sind auf einem Niveau der Dinosauriertechnologie. Wir benutzen artfremde Gene, wissen nicht, wo diese eingebaut werden oder was sonst in der ganzen Kette vom Gen bis zum Protein verändert wird.“
Auch sind die Risikountersuchungen völlig unzureichend. Heute sind für GVOs keine obligatorischen Toxizitätstests vorgeschrieben. Ist es nicht unfassbar, uns die zugelassenen Lebensmittel vorzusetzen, wo noch nicht einmal eine Vorschrift existiert, nach der die GVOs zumindest 3 Monate auf giftige Substanzen untersucht werden müssen? Fütterungsversuche mit dem MON863 bei Ratten wiesen deutliche Veränderungen im Blutbild und mögliche Organschäden auf. Trotzdem wurde der Gen-Mais zugelassen.
Wieder erweist sich die Politik als Handlager der Konzerne statt für die Interessen unserer Bürger und den Schutz unserer Lebensgrundlagen einzutreten. Die Gentechnik-Industrie erhofft sich große Profite. Sie will mit den Gen-Pflanzen die Herstellung unserer Nahrungsmittel kontrollieren. Vom Saatgut bis zum fertigen Produkt im Supermarkt, vom Acker bis auf unseren Teller.
Auch wird behauptet, dass eine Koexistenz möglich sei. Glauben Sie auch, dass Gen-Pollen nur 150m weit fliegen können und Bienen und Vögel nur auf einem Feld bleiben? In Kanada ist das Gegenteil bereits bewiesen. Der kanadische Rapsbauer Percy Schmeiser, der vom Chemie-Multi Monsanto wegen Saatgutpiraterie angeklagt worden war, drückt es so aus: „Wenn es einmal eingeführt ist, gibt es keinen Weg zurück. Alles ist GVO-verseucht. Sie haben dann keine Wahl mehr. Wenn ein Farmer damit anfängt, kontaminiert er alle Nachbarn, auch die, die entfernt leben.“ Wir haben in Deutschland noch die Wahl. In anderen EU-Ländern wie beispielsweise Frankreich oder Österreich ist der Anbau des riskanten Gen-Maises wegen Sicherheitsbedenken bereits verboten. „Und wenn man sich einbildet, das Unvorhersagbare vorhersagen zu können, so ist das eine Illusion“ (Dr. Richard Firn, Universität York, GB).
Die Gentechnik wird als Mittel gegen den Welthunger angepriesen, doch für die hungernden Menschen bedeuten Genpflanzen keine Lösung, sondern wachsende Abhängigkeit. Die Weltlandwirtschaft könnte bereits heute 12 Milliarden Menschen ernähren. Hunger ist kein Problem einer zu geringen Produktion, sondern mangelndes Zugangs zu Ressourcen wie Land, Wasser, Saatgut oder finanziellen Mitteln.
Und angesichts der Erfolge konventioneller Züchtung, die aus Kohlpflanzen Produkte wie Brokkoli oder Blumenkohl entwickelt hat, erscheinen die Produkte der Gentechnik doch eher kümmerlich.
Bleibt als Fazit wieder nur das berühmte „denn sie wissen (noch immer) nicht, was sie tun.“